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Morbus Crohn (M. Crohn) ©

Was ist eigentlich der Morbus Crohn?

Welche Untersuchungen helfen bei entzündlichen Darmerkrankungen wirklich weiter?

„Vor die Therapie haben die Götter die Diagnostik gestellt!“ lautet eine alte Ärzteweisheit. Wenn immer möglich, sollte man sich um eine Abklärung der Ursachen einer Krankheit oder Befindensstörung bemühen, um dann auch eine sinnvolle, ursächliche Therapie in die Wege leiten zu können.  

Entzündliche Darmerkrankungen zeichnen sich durch Bauchschmerzen, Blähungen, mitunter auch Blut im Stuhl, vor allem aber durch einen chronischen Durchfall aus, der im akuten Schub unter Umständen extreme Ausmaße annehmen kann. Fünf oder zehn breiige bis wässrige Stühle, gelegentlich sogar aber auch fünfzehn oder zwanzig Mal am Tag Durchfall sind bei einem akuten Schub von Morbus Crohn durchaus keine Seltenheit. Sie kommen als Patient dann von der Toilette gar nicht herunter!

Das Allgemeinbefinden ist dabei natürlich sehr eingeschränkt, es kommt zu teilweise dramatischen Gewichtsabnahmen – es bleibt ja quasi nichts mehr drin. Oft wird dann der Facharzt aufgesucht oder es erfolgt eine Klinikeinweisung. Die Diagnose einer entzündlichen Darmerkrankung wird mit Hilfe einer Darm-Spiegelung dann schnell gestellt.

Dann wird eine antientzündliche Therapie eingeleitet. Dabei wird meist Kortison eingesetzt. Kortison kann den akuten Schub abfangen und damit die so genannte Remission einleiten, die Phase mit geringer oder keiner Entzündungsaktivität. Kortison ist jedoch nicht in der Lage, diese Phase stabil zu halten! Zum Remissionserhalt werden daher andere Medikamente eingesetzt (z.B. Mesalazin). Reichen diese Medikamente nicht aus, so kommen auch stärkere Immunsupressiva (Mittel zur „Unterdrückung des Immunsystems“) zum Einsatz.

Morbus Crohn - Gibt es „natürliche Alternativen“?

Im akuten Schub kommt man meist nicht darum herum, diesen mit schulmedizinischen Maßnahmen zu behandeln. Ganz anders schaut dies jedoch beim chronischen Verlauf aus. Gelingt es uns vielleicht, die Themen „Entzündung“ und „Angriff gegen das eigene Selbst“ (und dies ist ja das Wesen einer „Auto-Immun-Erkrankung“) auch anders in den Griff zu kriegen?

Morbus Crohn - Patienten neigen nicht selten dazu, Medikamente möglichst rasch zu reduzieren oder gar abzusetzen, wenn es ihnen nur einigermaßen gut geht. Oftmals provoziert aber gerade dies den nächsten Schub. Sinnvoll wäre es, die Medikamente bei subjektiver (z.B. normale Stuhlfrequenz, keine Bauchschmerzen) und objektiver Besserung (keine Entzündungszeichen im Blut) ganz langsam, stufenweise und unter ärztlicher Kontrolle zu reduzieren. Gleichzeitig können Sie schon eine ganze Reihe der unten aufgeführten naturheilkundlichen Maßnahmen zusätzlich anwenden, um der chronischen Entzündungsneigung langfristig erfolgreich entgegen zu wirken. Wir würden also naturheilkundliche Methoden „komplementär“ (ergänzend) zur Schulmedizin einsetzen wollen. Sollte sich irgendwann einmal die Entzündungsaktivität von Morbus Crohn  soweit reduziert haben, dass

  • der Stuhl normal geworden ist

  • sich die Entzündungswerte im Blut (BSG, CRP) normalisiert haben

  • und im Stuhl ebenfalls keine Entzündungsaktivität zu registrieren ist,

dann kann langsam und in kleinen Schritten eine Reduktion der entzündungshemmenden Medikamente erfolgen. Vor dem nächsten Reduktionsschritt sollten allerdings wieder die oben genannten drei Punkte überprüft werden. Regelmäßige Darmspiegelungen ergänzen das diagnostische Programm.

Morbus Crohn - Wie kann die Entzündungsaktivität im Stuhl gemessen werden?

Die PMN-Elastase ist ein Enzym, welches in weißen Blutkörperchen vorkommt. Finden wir dieses Enzym vermehrt im Stuhl, so ist dies ein Hinweis auf eine erhöhte Aktivität weißer Blutkörperchen im Darm. Die weißen Blutkörperchen sind die Polizisten unserer Immunabwehr und bei jeder Entzündung aktiv – sei es bei der Abwehr von Krankheitserregern oder einer Autoimmunerkrankung. Bei gereizter Darmschleimhaut lassen sich daher leichte Erhöhungen der PMN-Elastase finden. Bei einer massiven Darmentzündung (z.B. Morbus Crohn) sind die Werte deutlich erhöht. Die Verdachtsdiagnose sollte dann mit einer Koloskopie (Darmspiegelung) bestätigt werden. In der Verlaufskontrolle von Morbus Crohn ist die PMN-Elastase sehr wichtig, da sie einen sehr sensiblen Marker darstellt, der oft schon ansteigt, bevor sich die Symptome eines akuten Schubes von Morbus Crohn bemerkbar machen. Nach einem Schub sollte die PMN-Elastase vor jeder geplanten Dosisreduktion der Medikamente, mindestens aber vierteljährlich überprüft werden. Bei stabilem Zustand des Morbus Crohn (subjektiv und in den Blutwerten) kann auf eine halbjährliche, später auf eine jährliche Untersuchung reduziert werden.

Morbus Crohn - α1-Antitrypsin - besteht ein Hinweis auf eine Nahrungsmittelallergie?  

Dieses Enzym ist dann oft erhöht, wenn Entzündungen bestehen oder die Darmschleimhautpermeabilität beeinträchtigt ist, was bei Morbus Crohn oft der Fall ist. Normalerweise können nur sehr kleine Moleküle aus dem Darm durch die Schleimhaut in den Körper gelangen. Große Moleküle können nur in geringer Menge die Schleimhaut passieren. Anders ist dies bei gestörter Permeabilität, d.h. bei vergrößerter Durchlässigkeit. Dies wird auch als leaky gut, also als „Leck im Darm“ bezeichnet.  

Durch die vermehrte Belastung des Körpers mit Fremdeiweißen können sich dann leichter Nahrungsmittelallergien entwickeln, die wiederum zu einer gestörten Fettverdauung und damit zu Durchfällen führen. Man weiß dann nicht sicher, ob die Durchfälle auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten/allergien oder auf eine erhöhte Aktivität des Morbus Crohn zurück zu führen sind. Mit schleimhautregenerierenden und antiallergischen Maßnahmen kann dieser Störung aber meist gut begegnet werden.

Ernährung – warum bekommen Eskimos keinen Morbus Crohn?

Wir wissen heute sehr gut aus der Grundlagenforschung, aus epidemiologischen Studien (Vergleich verschiedener Bevölkerungsgruppen) und aus klinischen Experimenten (Studien, in denen eine Gruppe von Patienten ein „richtiges“ und die andere ein Scheinmedikament erhält), dass eine hohe Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren die Entzündungsaktivität von Morbus Crohn deutlich zu vermindern vermag. Es ist zwar nicht so stark und wirkt nicht so schnell wie etwa ein Kortisonpräparat, dafür aber ohne Nebenwirkungen. Die Tatsache, dass Eskimos fast nie unter Morbus Crohn leiden, findet ihre Erklärung in der hohen Zufuhr dieser für die Gesundheit so wichtigen Fettsäuren. Genauere Informationen hierzu erhalten Sie unter www.ganzheits-medizin.de/fettsaeuren

Morbus Crohn - Welche Nährstoffe sind wichtig?

Der Morbus Crohn - Patient hat nicht selten Defizite an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen. Dies liegt einerseits daran, dass wegen der Durchfälle viele Nährstoffe nicht genügend aufgenommen werden können und über den Stuhl verloren gehen. Andererseits verbraucht der chronische Entzündungsprozess, um den es sich ja bei Morbus Crohn handelt, ständig Nährstoffe. Und zum Dritten führt die medikamentöse Gabe zu einem erhöhten Nährstoffverbrauch (z.B. ist Azulfidine ein „Folsäureräuber“).

  •       Achten Sie daher besonders auf eine gute Versorgung mit den fettlöslichen Vitaminen A, D, E und K, da diese häufig im Mangel sind – besonders wenn sich in der Stuhluntersuchung Fettstühle nachweisen lassen. 

  •       Eine gute Zufuhr mit Antioxidantien (z.B. Vitamin E, C, Selen) ist ebenfalls wichtig, da diese bei jedem Entzündungsprozess mehr verbraucht werden und die in der Lage sind, die bei jeder Entzündung vermehrt frei gesetzten Freien Radikale zu neutralisieren. Geschieht dies nicht, führen die Freien Radikale zu weiterer Gewebsschädigung.

  •       Vitamin B12 sollte vermehrt zugeführt werden (und zwar dann in Form von Spritzen), wenn der Endteil des Dünndarmes von der Entzündung betroffen ist, da nur hier die Aufnahme von Vitamin B12 erfolgen kann.

  •       Zink wird für die Regeneration der geschädigten, entzündeten Schleimhaut vermehrt benötigt. Bei Fettstühlen wird Zink außerdem schlecht aufgenommen.

  •       Eisen kann auch mitunter im Mangel sein. Viele Morbus Crohn - Patienten weisen eine Blutarmut auf, die wie ein Eisenmangel aussieht. Das Serumeisen ist auch häufig niedrig. Beides ist jedoch sowohl bei einer Entzündung als auch bei einem Eisenmangel erniedrigt. Bei einer Entzündung – und die liegt ja bei Morbus Crohn vor – kann der Eisenspeicher nur durch die Bestimmung des Serum-Ferritins genau beurteilt werden. Bei jeder Entzündung wird Eisen aus dem Blut in die Eisenspeicher transportiert. Eine chronische Entzündung kann daher wie eine Eisenmangel-Blutarmut aussehen – bei randvollen Eisenspeichern. Die dann verordnete Eisengabe wirkt sich auf eine Entzündung sogar ungünstig aus, da Eisen pro-oxidativ ist. Bei Entzündung also auf keinen Fall Eisen - die Blutarmut bessert sich automatisch, wenn die Entzündung nachlässt. Einzige Ausnahme: Die Eisenspeicher (Serrum-Ferritin!) sind wirklich verarmt. Das kann bei Morbus Crohn schon einmal vorkommen. Dann sollte vorsichtig Eisen gegeben werden.

  •       Wenn Fette nicht gut verdaut werden (Nachweis von Fetten im Stuhl), kann die Einnahme von MCT-Fetten sinnvoll sein. MCT-Fette (Fette mit mittelkettigen Fettsäuren) werden viel einfacher verdaut als solche mit langkettigen Fettsäuren, aus denen die meisten Fette und Öle bestehen. Daher verringern sich unter Einnahme von MCT-Fetten die Fettstühle. Produkte mit MCT-Fetten (z.B. Öle, Margarinen, Käse, Aufstriche) erhalten Sie in Apotheken und Reformhäusern. Es handelt sich dabei um eine – mitunter sehr sinnvolle – aber nur symptomatische Therapie: Die Entzündung selbst bleibt hiervon leider unbeeinflusst.

Manchmal müssen die Nährstoffe auch als Injektionen oder Infusionen verabreicht werden. Damit ist unabhängig von der Verdauung gewährleistet, dass sie sicher im Körper ankommen. Wir führen bei unseren Morbus Crohn - Patienten gern eine Infusionsserie mit hoch dosiertem Vitamin C (mit dem Gehalt von ca. 100 Orangen, wichtiges Antioxidans bei Entzündung), einem Multimineralpräparat und B-Vitaminen durch. Die Patienten reagieren darauf meist mit einer geringeren Entzündungsaktivität und fühlen sich körperlich und seelisch viel belastbarer.

Morbus Crohn - Wie wird ein Nährstoffmangel diagnostiziert?

Wenn irgend möglich sollte vor einer gezielten Vitamin- und Mineraltherapie eine genaue Diagnostik erfolgen, bei der Mangelzustände aufgedeckt werden. Zur Mineraldiagnostik bedienen wir uns allerdings nicht der Serumuntersuchung. Das Serum ist nur das Transportmedium für die meisten Mineralien. Der Körpergehalt kann damit nur sehr unzuverlässig wiedergegeben werden (siehe auch Serum-Eisen). Da die meisten Mineralstoffe (z.B. Kalium, Magnesium) innerhalb der Zellen hoch konzentriert sind, sollten eben auch die Zellen untersucht werden. Da eine Biopsie (Probeentnahme von Gewebe) zu diesem Zweck zu aufwändig wäre, führen wir eine Vollblutanalyse durch, bei der immerhin der Gehalt der Blutzellen mit bestimmt wird. Da sich das Blut etwa alle 3 Monate erneuert, kann man so die Mineralstoffversorgung der letzten 3 Monate abschätzen. Leider wird dies üblicherweise bei Morbus Crohn - Patienten fast nie durchgeführt.  

Welche Heilpflanzen helfen bei Morbus Crohn?

In den letzten Jahren hat das ayurvedische Mittel Salai Guggul für Furore gesorgt. Tübinger Pharmakologen haben festgestellt, dass hierdurch ein Enzym (Lipoxygenase) gehemmt wird, welches aus Omega-6-Fettsäuren entzündungsfördernde Botenstoffe (Leukotriene) herstellt. Bei Salai Guggul handelt es sich um Weihrauch-Harz (Boswellia serrata). Dieses enthält Boswelliasäuren, welche für den entzündungshemmenden Effekt verantwortlich sind. Wichtig ist, dass – wie bei allen pflanzlichen Heilmitteln – auch hoch genug dosiert wird. Wenn Sie ein Weihrauchpräparat einnehmen möchten, so sollten Sie 3x2 Kapseln mit je 400 mg Extrakt verwenden, bei Bedarf sogar 3x3 Kapseln. Mögliche Nebenwirkungen: Ganz selten allergische Reaktionen, Magenempfindliche können eventuell mit Magenproblemen reagieren.

In Deutschland sind Weihrauchpräparate noch nicht zugelassen, so dass Sie derzeit auf das H15 aus der Schweiz zurückgreifen müssten. Auf Privatrezept eines Arztes kann Ihnen der Apotheker dieses Präparat legal besorgen. In Indien hergestellte oder im Internet bestellte Präparate sind mit Vorsicht zu genießen (oft enthalten Sie nicht das, was drauf steht, oder nicht die Menge, die angegeben ist, oder es sind Verunreinigungen wie z.B. Schwermetalle enthalten). In Deutschland werden auch homöopathische  Zubereitungen angeboten, vor denen auch zu warnen ist, da sie hoffnungslos unterdosiert sind. Bei der Weihrauchtherapie handelt es sich um eine Pflanzenheilkunde, nicht um eine Homöopathie (ohnehin wäre der homöopathische Ansatz falsch, da die Homöopathie Substanzen in geringen Dosen einsetzt, die in hohen Dosen genau die zu behandelnden Symptome erzeugen würden; dieses Therapieprinzip ist hier gar nicht gegeben).

Eine klinische Doppelblind-Studie der Heidelberger Uniklinik an über 100 Morbus Crohn - Patienten ergab inzwischen, dass Weihrauch in der Behandlung des Morbus Crohn einem konventionellen entzündungshemmenden Präparat (Mesalazin) nicht unterlegen war. Unter Nutzen-Risiko-Abwägung war Weihrauch sogar überlegen, wenn man sowohl Sicherheit als auch Wirksamkeit in die Beurteilung einfließen lässt.

Morbus Crohn - Was bringt Heilfasten?

Im akuten Stadium mit zahlreichen Durchfällen kann ein kurzes (mehrtägiges) Heilfasten eine deutliche Minderung der Beschwerden und der Entzündungsaktivität bewirken. Es sollte allerdings kein ausgeprägtes Untergewicht bestehen. Ein solches Heilfasten bei Morbus Crohn - Patienten mit mäßiger bis deutlicher Entzündungsaktivität sollten Sie allerdings nur durchführen, wenn eine gute ärztliche Betreuung gewährleistet ist. Der Arzt sollte sich dabei sowohl mit dem Heilfasten als auch mit Morbus Crohn gut auskennen. Außerdem darf kein starkes Untergewicht bestehen.

Im beschwerdefreien Intervall kann das Heilfasten eventuell zu Hause unter Aufsicht eines erfahrenen Fastenarztes durchgeführt werden. Mit dem Heilfasten können viele andere Naturheilverfahren sinnvoll kombiniert werden. Nach dem Heilfasten ist bei Morbus Crohn - Patienten auf einen besonders sorgfältigen Kostaufbau zu achten. Nach dem Heilfasten ist auch eine mikrobiologische Therapie sehr sinnvoll.

Morbus Crohn - Mikrobiologische Therapie – können Bakterien helfen?

Wir leben in einer Lebensgemeinschaft (Symbiose) mit unseren Darmbakterien. Es gibt dabei Bakterien, die uns helfen, unser Immunsystem zu trainieren (oder besser: zu modulieren), die Nahrung für uns aufschließen (z.B. kurzkettige Fettsäuren aus Ballaststoffen für die Ernährung der Darmzellen produzieren) und sogar in gewissem Umfang Vitamine für uns produzieren. Man hat lange Zeit vermutet, dass bestimmte Bakterien den Darm vor einer Entzündung schützen können.

Ein amerikanischer Arzt mit einer entzündlichen Darmerkrankung unternahm vor einigen Jahren einen heroischen Selbstversuch: Er nahm Stuhl von seiner darmgesunden Ehefrau, löste ihn in Wasser auf und verabreichte sich selbst einen Einlauf damit, nachdem er seinen Darm weitestgehend entleert hatte. Dies mag für uns jetzt etwas eklig sein, der Erfolg gab ihm jedoch recht: Er hatte mehrere Monate lang deutlich weniger Entzündungszeichen. Der Therapieeffekt wurde auf die „gesunde“ Darmflora seiner Frau zurückgeführt. Er veröffentlichte seinen Fall in einer der weltweit renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften.

Glücklicherweise müssen nicht alle Morbus Crohn - Patienten nun Darmeinläufe mit dem Stuhl von anderen Menschen erhalten. Es geht auch eleganter, indem Sie Bakterien, denen eine entzündungsmodulierende Wirkung nachgesagt wird, einfach oral (über den Mund) zuführen. Dass dies auch funktioniert, zeigt eine Studie, die mit dem Bakterienpräparat Mutaflor® (enthält E.coli-Keime) durchgeführt wurde. Dabei erhielten Morbus Crohn - Patienten entweder das Bakterienpräparat oder ein konventionelles Mittel zur Remissionserhaltung. Nach zwei Jahren gab es keinen Unterschied zwischen beiden Gruppen!

Morbus Crohn - Neuraltherapie, Homöopathie, Akupunktur etc.

Andere Naturheilverfahren können ebenfalls unterstützend eingesetzt werden. Die Neuraltherapie ist hier zu nennen, die z.B. zur Narbenentstörung eingesetzt wird, wenn ein Störfeld vermutet wird, welches am Morbus Crohn beteiligt sein könnte.

Wird bei einem Morbus Crohn - Patienten das richtige homöopathische Mittel gefunden, welches mit seinen Arzneimittelsymptomen weitestgehend mit den Symptomen des Patienten übereinstimmt, so können sich durch eine solche Behandlung deutliche Besserungen des Morbus Crohn ergeben.

Bestehen energetische Ungleichgewichte im Energiefluss der Meridiane, so kann eine geeignete Akupunkturbehandlung ein harmonisches Gleichgewicht wiederherstellen helfen. Dadurch können Heilungsprozesse auch für Morbus Crohn angestoßen werden.

Morbus Crohn - Patienten sollten übrigens unbedingt das Rauchen aufgeben, da häufigere Schübe und mehr Operationen nachgewiesen sind!

Psychosomatik – sind Morbus Crohn - Patienten etwa „nicht ganz richtig im Kopf“?

Nein! Morbus Crohn ist eine organische Darmerkrankung, die keineswegs eingebildet ist oder simuliert werden kann. Trotzdem bezeichnen wir sie heute auch als eine psychosomatische Erkrankung. Das bedeutet nichts anderes, als dass Körper und Seele nicht getrennte Einheiten sind, sondern sehr wohl etwas miteinander zu tun haben. Psychosomatische Erkrankungen können durch seelische Belastungen oder durch inadäquate Einstellungen initiiert oder verstärkt werden.

Bei Colitis ulcerosa -Patienten ist mitunter festzustellen, dass sie Schwierigkeiten habe, reife Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Passivität, Konfliktvermeidung, Scheu vor Verantwortung, Aggressionshemmung. Aber auch Zwanghaftigkeit können ihr Verhalten kennzeichnen. Nicht selten besteht eine Abhängigkeit von einer beherrschenden Persönlichkeit (oft der Mutter), die streng, fürsorglich, perfektionistisch, aber auch wenig Gefühlswärme ausstrahlend das Bestreben nach der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit blockiert.

Bei vielen, nicht bei allen Colitis ulcerosa -Patienten treffen einige der beschriebenen Eigenschaften zu. Beim Morbus Crohn ist die Persönlichkeit meist ähnlich, jedoch variabler. Finden Sie sich vielleicht irgendwo wieder?

Da Seele und Körper gerade bei Morbus Crohn eng miteinander verbunden sind (viele Schübe treten gerade nach seelischen Belastungssituationen auf), sollten Sie sich von einem Internisten behandeln lassen, der auch psychotherapeutische Grundkenntnisse besitzt und/oder von einem Psychotherapeuten, der aber auch körperliche Befunde zu bewerten vermag. Die Therapie sollte Entspannungstherapien umfassen, mit denen besonders bei Darmkoliken gute Erfolge erzielt werden können, stützende Gesprächspsychotherapie, gegebenenfalls auch künstlerische Therapien und Familientherapie.  

Weitere Einzelheiten zur naturheilkundlichen Behandlung finden Sie auch in meinem Buch: Schmiedel/Augustin „Handbuch Naturheilkunde“, Kap. Chronische Darmentzündung (Morbus Crohn/Kolitis ulcerosa)

Mit den besten Wünschen für Ihre Gesundheit  

 © Dr. Volker Schmiedel
Chefarzt der Inneren Abteilung
FA für Physikalische und Rehabilitative Medizin
Naturheilverfahren, Homöopathie
Dozent für Biologische Medizin (Univ. Mailand).

Animationen animierte Augen

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